Allein zu Haus

Den Klang der Stille in den Ohren
Der Mund steht offen, die Augen verklebt
So bist du längst schon verloren
Der Vater besoffen, die Mutter nie gelebt

Halt' die Kerze nicht zu hoch
Der Wind bläst all zu schnell die Flamme aus
Ich weiß, du willst, dass man dich hört
Doch du bist allein zu Haus

Dunkelheit schickt ihre Fäden
Der Verstand geht vom Abend
in die völlige Nacht
Drei Schritte noch bis zum Garten Eden
Doch was nützt das, wenn man keine Beine hat

Halt' die Kerze nicht zu hoch...

Nach vierzig Tagen und Nächten
Ist die Seele ein Kristall im kühlen Stein
Von außen grau und hässlich
Schließt er im Inneren das Leben ein

Halt' die Kerze nicht zu hoch...

  © Wolle 1997