Haltestelle

Ich sitz' an meiner Haltestelle
Der Verkehr rauscht wie das Leben
an mir vorbei
Der Fahrplan ist längst zerrissen
Einen andern hab ich nicht dabei
 
Ich wollte eigentlich mit ihr verreisen
Wir hatten Pläne und Ziele
und Flausen im Kopf
Wir wollten das alles gemeinsam
Als hingen wir zusammen am Tropf

Und ich warte hier tagelang
Ich weiß schon gar nicht mehr wohin ich will
Stunden vergeh'n ohne Vogelgesang
Von hier fortzukommen
Ist mein eigentliches Ziel

Ich hab gedacht, wem ich auf die warte
Dann geht es weiter, zusammen wie bisher
Ich hab geträumt, nichts hätte sich verändert
Alles wie früher und ohne Gegenwehr

Und ich warte hier tagelang...

Langsam habe ich die Nase voll
Spring ich vor den Zug
oder auf den nächsten auf?
Ich lauf nicht länger meinem Leben hinterher
Kommst du mit? Los renne! Renne! Lauf!

Ich warte nicht mehr, ich wag den Neuanfang
Ich weiß jetzt, wohin ich will
Und ich höre wieder Vogelgesang
Unterwegs sein auf Lebenszeiten,
Ist mein eigentliches Ziel

  © Wolle 1998